Kanada: von Vancouver in den Manning Provincial Park
Nach rund 10,5 Stunden Flugzeit und der Ankunft am Flughafen Vancouver führte uns der erste Weg direkt zur Autovermietung. Dort hatten wir eigentlich einen Ford Explorer für unsere Rundreise gemietet. Vor Ort stellte sich jedoch schnell heraus, dass dieses Modell nicht verfügbar war. Als Ersatz bot man uns zunächst einen Subaru Forester an, der für unsere Zwecke jedoch zu klein war.
In einem kurzen Gespräch erklärten wir der Mitarbeiterin, dass wir im Fahrzeug schlafen wollten. Daraufhin prüfte sie den Fuhrpark und schlug uns einen Chevrolet Pickup vor. Dieser hatte allerdings eine Doppelkabine und eine zu kleine Ladefläche. Als zweites Ersatzfahrzeug zeigte sie uns schließlich einen Dodge Caravan – einen Familienvan mit sieben Sitzen. Diese ließen sich problemlos umklappen, sodass wir genug Fläche zum Schlafen hatten.
Nach der Übernahme des Mietwagens steuerten wir ein großes Outdoor-Geschäft und einen Supermarkt in Tsawwassen nahe Vancouver an. Dort kauften wir einen Gaskocher samt Kartuschen (da es für unseren mitgebrachten Kocher keinen passenden Brennstoff gab) sowie Vorräte für die nächsten Tage.
Anschließend bezogen wir unsere Unterkunft für die erste Nacht. Gebucht hatten wir in einem Gästehaus eigentlich ein kleines Zimmer im Spitzdach mit zwei Matratzen. Da im Manor Gästehaus jedoch noch weitere Zimmer frei waren, erhielten wir ein Upgrade. Das neue Zimmer war wesentlich komfortabler als der ursprüngliche Spitzboden. Erschöpft von der langen Reise und dem Jetlag fielen wir bald ins Bett.
Start der Rundreise: Manning Provincial Park
Am nächsten Morgen begann unsere Rundreise durch British Columbia. Der Highway 1 führte uns über rund 200 Kilometer zum Manning Provincial Park. Dort angekommen, testeten wir sogleich unseren neuen Gaskocher, der glücklicherweise einwandfrei funktionierte – im Gegensatz zu unserer Dosensuppe, die eher weniger zu empfehlen war. Während des Essens leisteten uns kleine „Kanada-Erdmännchen“ (Streifenhörnchen/Ground Squirrels) Gesellschaft. Die Kleinen waren extrem zutraulich: Wenn man ganz still hielt, kletterten sie einem sogar auf den Schoß.
Der Park bestätigte uns sofort, dass British Columbia die richtige Wahl für unsere Reise war. Die Landschaft war wunderschön und bot unzählige Wanderwege und Seen; an einigen Stellen lag sogar noch Schnee. Da uns nur vereinzelt andere Wanderer begegneten, konnten wir die Stille der Natur in vollen Zügen genießen.
Auf dem Rückweg zum Auto überraschte uns ein Wetterumschwung. Die Wolken türmten sich auf und es begann zu regnen, begleitet von Blitz und Donner. Doch kaum am Wagen angekommen, zeigte sich die Sonne wieder bei angenehmen 22 °C.
Begegnungen am Straßenrand
Mit dem Auto ging es weiter in das rund 230 Kilometer entfernte Kelowna. Auf der Fahrt konnten wir einige Tiere beobachten. Kurz hinter dem Manning Provincial Park stand ein Reh am Straßenrand, das sich überhaupt nicht daran störte, dass wir direkt daneben hielten und es ausgiebig fotografierten. Eine weitaus seltenere Begegnung hatten wir etwa 100 Kilometer vor Kelowna: Ein Puma kreuzte unseren Weg! So schnell, wie er auf der Straße aufgetaucht war, verschwand er auch wieder im Unterholz. Wir hoffen, dass dies nicht unsere letzte Tiersichtung bleibt.
In Kelowna angekommen, suchten wir uns nach dem Abendessen einen Stellplatz für die Nacht. Nach etwa 20 Minuten wurden wir in einem Wohngebiet in Peachland am Okanagan Lake fündig. Die Aussicht beim Aufwachen am nächsten Morgen war einfach unbezahlbar. Heute steht die Erkundung von Kelowna und der näheren Umgebung auf dem Plan.