Israel: Haifa und Akko am Mittelmeer

Mit dem Mietwagen ging es heute von Tel Aviv aus in die Hafenstadt Haifa. Die Fahrt gestaltete sich recht einfach; die Straßen in Israel ähneln denen in Deutschland und alles ist in der Regel gut auf Hebräisch und Englisch ausgeschildert. In geraumen Abständen wird gehupt, aber daran muss man sich einfach gewöhnen. Die Hupe scheint in Israel für sämtliche Vorgänge während der Fahrt genutzt zu werden: Man wird an der Ampel darauf hingewiesen, dass es Grün ist, man gibt dem Vorausfahrenden zu verstehen, dass man schneller ist, und vieles mehr.

In Haifa besuchte ich zunächst die Hängenden Gärten der Bahai. Nach einer kurzen Sicherheitskontrolle und Einweisung genoss ich die Aussicht vom obersten Plateau. Eigentlich wollte ich die Gärten zu Fuß hinabsteigen, was jedoch nicht möglich war, da ein Großteil der Plateaus geschlossen war. So nahm ich den Weg um die Anlage herum nach unten.

Dabei verlief ich mich prompt. Eine ältere Dame bemerkte dies und fragte, ob ich weiter nach unten wolle. Als ich bejahte, fuhr sie mich kurzerhand mit ihrem PKW zum nächsten Plateau. Während der Fahrt erzählte sie mir, dass sie aus Holland stamme und vor vielen Jahren der Liebe wegen nach Haifa gezogen sei. Die Hilfsbereitschaft der Israelis ist wirklich beeindruckend – wenn man den Weg nicht weiß oder eine Frage hat, wird einem immer sofort geholfen.

Nach einer weiteren Sicherheitskontrolle konnte ich mir die wunderbaren Pflanzen und die gepflegte Anlage ansehen. Der Abstieg zum untersten Plateau, mit Blick auf den Schrein des Bab, verlief unkompliziert über eine mehrere hundert Meter lange Treppe. Auch hier gab es am Ende wieder eine kurze Kontrolle. Der Blick über die kompletten Hängenden Gärten ist fantastisch – weißer Marmor, wohin das Auge reicht.

Nach einer kurzen Stärkung in einem Restaurant fuhr ich weiter in die antike Hafenstadt Akko, die rund 25 Kilometer entfernt liegt. Akko wird überwiegend von Palästinensern bewohnt, was der Stadt einen wunderbaren arabischen Charakter verleiht. In den vielen kleinen, verwinkelten Gassen entdeckte ich immer wieder neue Details. Vom Hafen aus hat man einen tollen Blick auf die Dschazzar-Pascha-Moschee, und entlang der gut erhaltenen, rund 150 Meter langen Wehr- und Befestigungsanlage lässt es sich herrlich spazieren. Das rege Treiben in den kleinen Läden macht Akko zu einem wirklich schönen Ausflugsziel.

Am Abend ging es mit dem Mietwagen zurück nach Tel Aviv. Sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg passierte ich den Carmel-Tunnel. Dieser ist mautpflichtig; die Gebühr kann man auf einer extra Fahrspur an einem kleinen Kassenhäuschen entrichten. Die Fahrt bei Nacht war ebenfalls spannend, da viele Gebäude im Dunkeln hell erleuchtet sind.

Was mir heute besonders auffiel: In den Gärten der Bahai herrscht ein striktes Waffenverbot. Kurz darauf sah ich jedoch eine junge Besucherin, etwa 20 Jahre alt, die ganz selbstverständlich ein Sturmgewehr an einem Gurt über ihrem rosafarbenen Oberteil trug. Auf den ersten Blick dachte ich an ein Spielzeug, doch beim genaueren Hinsehen wurde klar, dass es eine echte Waffe war. Wenig später sah ich einen jungen Mann, der an seinem Gürtel eine Handfeuerwaffe mit mehreren Magazinen trug. Auch dieser Anblick gehört irgendwie zum israelischen Alltag. Dennoch fühlte ich mich zu jeder Zeit sicher.

 
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Israel: Tel Aviv und Old Jaffa