Israel: Altstadt von Jerusalem
Der dritte Tag meiner Reise führte mich nach Jerusalem. Mit dem Mietwagen ging es von Tel Aviv über die Autobahn in die Heilige Stadt. Der Verkehr hier ist recht zäh: Für die Strecke von rund 70 Kilometern benötigte ich etwa eine Stunde und 45 Minuten.
In Jerusalem angekommen, suchte ich mir einen öffentlichen, kostenfreien Parkplatz. Ja, so etwas gibt es tatsächlich – auch wenn Reiseführer oft das Gegenteil behaupten. Überhaupt hatte ich bei der Parkplatzsuche bisher keine Probleme; selbst vor dem Hotel fand ich immer einen Platz in unmittelbarer Nähe. Natürlich kann man auch auf einem bewachten Parkplatz direkt neben dem Hotel parken, was jedoch über 10 Euro am Tag kostet.
Meinen Mietwagen stellte ich auf einem Parkplatz nahe dem Mount Zion Hotel ab. Dieses liegt direkt gegenüber dem Berg Zion. Man wird dort sofort mit einer wunderbaren Aussicht über Jerusalem belohnt. Wenn man den Blick weiter schweifen lässt, kann man in der Ferne das Westjordanland sehen. Am heutigen Tag stiegen dort dichte Rauchschwaden auf: Israelische Sicherheitskräfte hatten im Westjordanland das Camp Amona geräumt, woraufhin Bewohner aus Protest Reifen anzündeten.
Zu Fuß ging ich den Berg Zion entlang der Straße hinauf. Die Wege sind hier sehr gut begehbar. Nach ein paar Minuten erreichte ich das Zionstor. Von dort aus nahm ich ein Taxi für 20 Schekel (umgerechnet rund 5 Euro) zum katholischen Friedhof, auf dem Oskar Schindler begraben liegt. Ein Schriftzug über dem Eingangstor weist darauf hin. Schindlers Grab war schnell gefunden; unzählige Steine lagen, jüdischer Tradition folgend, ordentlich darauf gestapelt.
Nach dem Besuch des Grabes ging ich zu Fuß zurück zum Zionstor. Da der Taxifahrer auf dem Hinweg einen kleinen Umweg gefahren war, stellte ich fest, dass es eigentlich nur wenige hundert Meter waren. Vom Zionstor aus spazierte ich weiter in Richtung Jaffator. Da ich mich suchend umsah, fragte mich ein Armenier direkt, ob er helfen könne – und prompt war ich in mein erstes Verkaufsgespräch verwickelt. Nach einer Weile verabschiedete ich mich jedoch höflich und setzte meinen Weg fort.
Durch die kleinen Gassen lief ich nun in Richtung Klagemauer. An jeder Ecke gab es unzählige Händler, die nahezu alles verkauften, was man sich vorstellen kann. Vor dem Zugang zur Klagemauer folgte ein erneuter Sicherheitscheck. Neben Röntgengeräten für Taschen und Rucksäcke gab es auch einen Ganzkörper-Scanner. Sicherheit wird gerade in Jerusalem extrem großgeschrieben.
Beim Besuch der Klagemauer (auch Westmauer genannt) müssen Männer eine Kippa tragen. Vor Ort gibt es Behälter mit weißen Leih-Kippas für die Besucher. Für mich war dies ein sehr besonderes Erlebnis, da die Mauer die heiligste Stätte des Judentums ist.
Neben vielen Besuchern und Betenden waren auch unzählige Angehörige der israelischen Streitkräfte vor Ort, da heute eine Vereidigung stattfand. Nahezu jeder Soldat trug ein Sturmgewehr und hatte seine Uniform für diesen besonderen Tag feierlich hergerichtet. Die Soldaten freuten sich sichtlich darüber, ein beliebtes Fotomotiv zu sein.
Nachdem ich weitere Gassen und Sehenswürdigkeiten erkundet hatte, machte ich mich am späten Nachmittag auf den Rückweg zum Parkplatz. Da die Sonne gerade günstig stand, genoss ich noch einmal den Blick auf die Al-Aqsa-Moschee. Das warme Licht ließ ihre goldene Kuppel hell erstrahlen. Damit endete mein Besuch in Jerusalem.
Auch heute zeigte sich wieder, wie hilfsbereit die Menschen hier sind. Wann immer ich etwas orientierungslos in den verwinkelten und weitläufigen Gassen der Altstadt herumlief, fand sich sofort jemand, der mir den Weg wies.
In Jerusalem ist die Präsenz von Sicherheitskräften unübersehbar. An jeder Ecke stehen bewaffnete Polizisten, und zusätzlich sind viele Beamte in Zivil unterwegs.
Alles in allem ist Jerusalem eine Stadt, die man unbedingt besucht haben sollte. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Kulturen ist absolut faszinierend.