Israel: Biblisches Dorf und Altstadt Nazareth

Heute ging es mit dem Mietwagen rund 100 Kilometer von Tel Aviv in Richtung Nazareth. Unterwegs musste ich einen kurzen Tankstopp einlegen. Die Benzinpreise liegen hier bei etwa 1,55 Euro pro Liter Super. Die Zapfsäulen sind ausschließlich auf die Zahlung mit Kredit- oder Debitkarte eingestellt; Bargeld wird man hier nicht los. Da die Menüführung der Tanksäule nur auf Hebräisch verfügbar war und ich leider nichts verstand, bat ich einen anderen Autofahrer um Hilfe. Dieser führte mich freundlich durch die einzelnen Punkte des Tankvorgangs. Nachdem ich mich mehrfach bedankt und das Auto vollgetankt hatte, setzte ich meine Fahrt fort.

Der Verkehr war heute wesentlich ruhiger als in den vergangenen Tagen. Das lag daran, dass am frühen Freitagnachmittag (gegen 13 Uhr) der Schabbat begann. Zu dieser Zeit ruht der öffentliche Nahverkehr fast vollständig, und auch der Schwerlastverkehr verschwindet nahezu von den Straßen.

Zeitreise im „Nazareth Village“ In Nazareth angekommen, besuchte ich zunächst das „Biblische Dorf“. Dieses Freilichtmuseum liegt auf einem Hügel innerhalb der Ortschaft. Die Anfahrt mit dem PKW war aufgrund der starken Steigungen durchaus herausfordernd, geparkt werden konnte jedoch problemlos auf einem öffentlichen Parkplatz direkt vor dem Museum.

Im biblischen Dorf gab es zunächst eine kurze Einführung in die Geschichte Nazareths. Da außer mir nur fünf weitere Personen an der Führung teilnahmen, war die Atmosphäre sehr persönlich und man konnte dem Personal ungestört Fragen stellen. Der Außenbereich zeigt eindrucksvoll das Leben in Galiläa vor etwa 2.000 Jahren, wie es zu Zeiten Jesu gewesen sein muss. In dem Dorf leben und arbeiten tatsächlich Menschen, die das alte Handwerk vorführen:

  • Viehhaltung: Es gibt Schafe und Esel. Die Schafe werden mit traditionellen Werkzeugen geschoren, die Wolle wird vor Ort gesponnen und gefärbt und schließlich zu Teppichen gewebt.

  • Handwerk: Ein Bewohner bearbeitete Holz mit antiken Werkzeugen, ganz wie ein Zimmermann der damaligen Zeit.

  • Olivenöl-Produktion: Die auf dem Gelände wachsenden Oliven werden vor Ort gemahlen und gepresst, wobei Olivenöl in drei Qualitätsstufen entsteht.

Zum Abschluss des Rundgangs, der trotz der englischen Sprache sehr gut verständlich war, erhielt jeder Besucher eine kleine Öllampe. Die Kosten betrugen 50 Schekel (ca. 12,50 Euro) – für die gebotene Qualität ein sehr fairer Preis.

Trubel in der Altstadt Nach dem Museumsbesuch zog es mich in die Altstadt von Nazareth. In den engen Gassen herrschte ein reges Treiben. Hier merkt man deutlich, dass Nazareth die Stadt mit dem größten Anteil arabischer Bevölkerung in Israel ist, was ihr ein ganz eigenes Flair verleiht.

Während meines Rundgangs beobachtete ich eine typisch israelische Szene: Ein Bus blieb mit seinem Außenspiegel am Spiegel eines anderen Busses hängen. Beide Fahrer stiegen gelassen aus, begutachteten kurz den Schaden, hoben den abgefallenen Spiegel auf, gaben sich die Hand und stiegen wieder ein. Damit war die Sache erledigt. In den Autos hinter ihnen wurde zwar – wie üblich – kräftig gehupt, aber nach kurzer Zeit beruhigte sich alles und jeder setzte seinen Weg fort.

Da vor meinem Hotel diesmal kein kostenloser Parkplatz frei war, musste ich auf einen bewachten Privatparkplatz ausweichen. Dieser kostet 40 Schekel pro Tag. Da ich über Nacht parkte, wurden 80 Schekel (rund 20 Euro) fällig. Teuer, aber immer noch besser als ein Strafzettel, der hier vermutlich deutlich kostspieliger ausgefallen wäre.

 
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Israel: Altstadt von Jerusalem