Afghanistan: Ankunft in Masar-e Sharif und Besuch im Kunduz
Meine zweite Reise im Jahr 2017 führt mich aus beruflichen Gründen nach Zentralasien. Ich begleite die Bundeswehr für eine Reportage.
Nach einem mehrstündigen Flug via Istanbul landeten meine Begleiterin Tanja und ich auf dem zivilen Sektor des Flughafens von Masar-e Scharif. Kaum aus der Maschine ausgestiegen, ging es zu Fuß direkt in die Ankunftshalle zur Pass- und Visumkontrolle. Nach Erledigung der Formalitäten wurden wir ins Camp Marmal eskortiert. Nach einem kurzen Frühstück und dem Bezug unserer Unterkunft – ein erstaunlich komfortabler Wohncontainer mit WLAN – wurden wir ausgerüstet: Schutzweste und Helm waren ab jetzt Pflicht.
Mit einem CH-53-Transporthubschrauber flogen wir weiter in das Lager Kundus. Während der anschließenden Führung wurden wir permanent von schwer bewaffneten Kräften der „Guardian Angels“ (der deutschen Force Protection Kompanie) gesichert.
Ein Höhepunkt vor Ort war die Teilnahme an einer Sicherheitskonferenz der Afghanischen Nationalarmee. Hier berieten Militär, Polizei und zivile Organisationen über die Zukunft des Landes. Besonders wertvoll war das anschließende Interview mit General Ab. Malik, in dem wir über das deutsche Engagement und die Belastungen für die Zivilbevölkerung sprachen. Nach dem traditionellen Tee beim General traten wir den Rückflug an.
Aus der Vogelperspektive wirkte das Land fast friedlich: Über der weiten Wüstenlandschaft sah man vereinzelt Hütten und Herden von Kamelen und Ziegen. Bei milden 18 °C bot sich uns ein beeindruckendes Panorama. Es war ein Tag voller Kontraste in einem Land, das seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommt.