Museum: Versuchsstelle des Heeres in Peenemünde

Peenemünde ist vielen als Geburtsort der sogenannten „Vergeltungswaffen“ bekannt, die im Zweiten Weltkrieg massives Leid verursachten. Die Heeresversuchsanstalt wurde ab 1936 strategisch so gewählt, dass Raketentests nicht über besiedeltem Gebiet stattfinden mussten. Das Ziel der dortigen Forschung war eindeutig: die Entwicklung zerstörerischer Waffen für das NS-Regime.

Eine der prägendsten Figuren war der technische Leiter Wernher von Braun, der nach 1945 maßgeblich das US-Raumfahrtprogramm beeinflusste. Zur Wahrheit von Peenemünde gehört jedoch auch, dass die Produktion der A4-Raketen nur durch den Einsatz tausender Zwangsarbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen möglich war.

Nach den Bombardierungen der Alliierten und der späteren Nutzung durch die sowjetische Armee sowie die NVA, ist das Gelände heute ein Ort der Aufarbeitung. Besucher können in Ausstellungen originale Raketentypen und historische Transportzüge besichtigen. Ein besonderes Highlight ist das alte Kraftwerk, dessen Dach einen weiten Ausblick über das geschichtsträchtige Areal bietet.

Technologisch betrachtet gilt Peenemünde als Wegbereiter der modernen Raumfahrt, aber eben auch der atomaren Bedrohung: Die hier entwickelten Langstreckenraketen lieferten die Basis für die Trägersysteme, die später mit nuklearen Sprengköpfen bestückt wurden.

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