Konzentrationslager und Gedenkstätte Flossenbürg

Im nordbayerischen Flossenbürg befinden sich die Gedenkstätte und das ehemalige Konzentrationslager Flossenbürg. Äußerlich wirkt das Konzentrationslager recht unscheinbar. Ein Hauptgebäude, in dem die Kommandantur untergebracht war, steht vor dem Eingang zum Lager. Hinter dem Gebäude betritt man durch das Lagertor den großen Appellplatz mit den markanten Gebäuden der Häftlingsküche und der Wäscherei.

In beiden Gebäuden sind heute Ausstellungen rund um das Konzentrationslager und die Gedenkstätte untergebracht. In der ehemaligen Wäscherei kann man im Kellerbereich unter anderem die Desinfektionshalle besichtigen.

Wenige Meter weiter folgen ein jüdisches Gedenkhaus und die Sühnekapelle mit zwei Wachtürmen. Von hier aus kann man hinab in das „Tal des Todes“ blicken. Hier wurde am 25. Mai 1947 die erste KZ-Gedenkstätte in Europa eingeweiht. Diese besteht aus mehreren Grabplatten, den Symbolen der einzelnen Nationen (Platz der Nationen) und einer Aschenpyramide. All das befindet sich in Sichtweite des ehemaligen Krematoriums des KZ Flossenbürg.

Von den circa 100.000 gefangenen Menschen des KZ Flossenbürg sind etwa 30.000 ums Leben gekommen. Die Gefangenen mussten unter anderem im Steinbruch den Flossenbürger Granit abbauen. Später wurden sie auch in der Produktion des Jagdflugzeugs Messerschmitt eingesetzt.

Wie bereits im KZ Dachau gab es auch in Flossenbürg ein lagereigenes Bordell, welches Mitte 1943 in Betrieb genommen wurde. Hier wurden weibliche Insassen zur Prostitution genötigt. Etwa 15 Frauen wurden hier zur Zwangsarbeit als Prostituierte eingesetzt. Die Bordellbesuche waren Teil eines Prämiensystems, welches durch die SS eingeführt wurde. Damit sollte die Arbeitsleistung der Häftlinge gesteigert werden. Besuchen durfte das Bordell jedoch nur eine privilegierte Gruppe. Ausgeschlossen davon waren unter anderem Juden, Sinti, Roma und Insassen aus der Sowjetunion.

Einer der bekanntesten Häftlinge im KZ Flossenbürg war der lutherische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer. Er wurde am 9. April 1945 durch die SS im Arresthof erhängt. Ein Teil der Ausstellung widmet sich seinem Leben.

 
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Besucherbergwerk Kamsdorf und Fahrt mit der Grubenbahn

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Konzentrationslager Buchenwald nahe Weimar im Schnee