Besuch des Rabensteiner Stollen mit einer Familientour unter Tage

Was unternimmt man bei regnerischem Herbstwetter mit Kindern? Am besten verbringt man den Tag unter Tage. Unser Ziel war der Rabensteiner Stollen in Harztor am nördlichen Rand Thüringens, wo wir an einer kinderfreundlichen Familientour teilnahmen.

Nach der Helmausgabe und einer kurzen Einweisung rollte der Bergführer mit einer kleinen, elektrischen Grubenbahn heran. Die rund 500 Meter lange Einfahrt bot bereits echte Bergwerksatmosphäre: Es war stockdunkel, rumpelig und die engen Felswände zogen dicht an uns vorbei.

Unter Tage wartete direkt das erste Highlight: Auf einem historischen Schienenfahrrad durften die Besucher eine Proberunde drehen. Danach erfuhren wir Wissenswertes über die Geschichte des Stollens, in dem einst Steinkohle abgebaut wurde. Besonders eindrücklich zeigte der Bergführer die harten Bedingungen vergangener Zeiten, als selbst Kinder in den feuchtkalten Stollen schwere körperliche Arbeit verrichten mussten.

Für den nächsten Abschnitt erhielten die Kinder echte Kerzen. Nur von diesem flackernden Licht begleitet, ging es durch einen schmalen, ansonsten völlig finsteren Stollen. Gegen Ende führte der Bergführer noch historische Technik vor – eine druckluftbetriebene Beleuchtung und einen Abbruchhammer. Beide Geräte machten einen ohrenbetäubenden Lärm: Für uns eine kurze Demonstration, für die Bergleute damals der tägliche Arbeitsalltag.

Den Abschluss bildete ein gemütliches Beisammensein in einer Stollenkammer, bei dem die Kinder ihr „Bergbaudiplom“ und die Erwachsenen einen traditionellen Grubenschnaps überreicht bekamen. Im Außengelände luden schließlich noch alte Waggons und Werkzeuge zum Entdecken ein.

Fazit: Die Tour ist spannend sowie kindgerecht aufbereitet und ein rundum empfehlenswertes Ausflugsziel für Schmuddelwettertage.

 
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