Schlammlawine rollt nach Unwetter durch Hammerstedt im Weimarer Land

Gegen 18:30 Uhr zog ein schweres Unwetter über Teile des Weimarer Landes. Besonders heftig traf es die kleine Gemeinde Hammerstedt: Wassermassen schossen von einem Feld in einen Abflussgraben. Weil angeschwemmter Schlamm und Geröll den Einlauf des Abwasserrohrs verstopften, bahnte sich die braune, schlammige Brühe ihren Weg direkt durch den Ort. Nach nur etwa zehn Minuten war die Sturzflut durch die Gemeinde gelaufen und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Auch der Dorfteich konnte die Mengen nicht mehr fassen und kam schnell an seine Grenzen.

Das komplette Dorf, einschließlich der Freiwilligen Feuerwehr, begann umgehend mit den Aufräumarbeiten. Bewaffnet mit Schaufeln, Schneeschiebern und Besen schoben die Helfer die Schlammmassen zusammen, die anschließend mit einem Bagger auf ein Multicar verladen wurden. Die Feuerwehr spülte die Straßen danach mit mehreren Strahlrohren sauber.

Besonders schwer traf es den Spielplatz der Gemeinde, auf dem Schlamm und Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch standen. In den kommenden Tagen steht hier eine aufwendige Reinigung an. Die freiwilligen Helfer müssen unter anderem die Drehscheibe komplett auseinanderbauen und säubern. Da der Schlamm gesundheitsgefährdend ist, bleibt der Spielplatz bis auf Weiteres gesperrt.

Bürgermeister Holger Hartwig zeigt sich frustriert: „Wir haben in den letzten Jahren jeden Euro zusammengespart, um ein Rückhaltebecken am Wassereinlass zu bauen. Es soll künftig Schlamm und Geröll herausfiltern und das Wasser ungehindert abfließen lassen.“

Die Kosten für diese Hochwasserschutzmaßnahme belaufen sich auf rund 500.000 Euro. „Rund 200.000 Euro davon muss unsere kleine Gemeinde selbst finanzieren“, erklärt Hartwig. „Das ist Geld, das uns nun an allen Ecken und Enden fehlt. Aber der Hochwasserschutz hat höchste Priorität. Bereits im Jahr 2017 schossen mehrere Schlammlawinen durch den Ort. Wir hoffen sehr, dass wir ab 2027 durch das neue Becken geschützt sind.“

Dennoch fand der Bürgermeister lobende Worte für die Dorfgemeinschaft und die Einsatzkräfte: „Nahezu jeder im Dorf hat angepackt. Dank dieser schnellen und umfangreichen Hilfe können wir die Schäden hoffentlich schnellstmöglich beseitigen.“ Für die späten Abend- und Nachtstunden sind allerdings weitere Regenfälle und Gewitter angekündigt – die Hammerstedter hoffen nun inständig, dass das Wasser nicht noch einmal steigt.

 
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