Auf Streife mit der Polizeiinspektion Weimar: Ein Rückblick auf eine einsatzreiche Nacht.

Silvester stellt Polizei und Rettungskräfte jedes Jahr vor besondere Herausforderungen: Feiernde Menschenmengen, Feuerwerk, hoher Alkoholkonsum und ein entsprechend hohes Einsatzaufkommen. Nachdem es in Weimar in den vergangenen zwei Jahren vermehrt zu Angriffen auf Beamte gekommen war – mit dem traurigen Höhepunkt zum Jahreswechsel 2024/2025, als auf dem Goetheplatz ein Streifenwagen in Brand gesteckt wurde –, setzten die Polizei und die Stadt Weimar in diesem Jahr auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen.

Prävention und erste Einsätze

Um eine erneute Eskalation zu verhindern, wurde das Konzept der Vorjahre konsequent weitergeführt. Rund um das Deutsche Nationaltheater und die Schillerstraße galt eine Böllerverbotszone; zudem zeigte die Polizei im gesamten Innenstadtbereich starke Präsenz.

Der erste größere Zwischenfall ereignete sich gegen 20:20 Uhr. Die Berufsfeuerwehr Weimar und die Polizei wurden zu einem Balkonbrand in die Bonhoefferstraße alarmiert. Ein Trupp unter schwerem Atemschutz löschte das Feuer mit einem Strahlrohr und verhinderte so ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnung. Ersten Ermittlungen zufolge wurde der Brand vermutlich durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, und die Wohnung blieb bewohnbar.

Gegen 21:38 Uhr folgte ein Alarm für die Feuerwehr Berlstedt: Ein Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus. Dank des schnellen Eingreifens der Einsatzkräfte konnte eine Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Um Glutnester mit der Wärmebildkamera aufzuspüren, mussten Teile der Dachziegel entfernt werden. Auch hier gilt Pyrotechnik als wahrscheinliche Brandursache.

Lage in der Innenstadt

Zurück in Weimar zeigte sich, dass die Böllerverbotszonen weitgehend eingehalten wurden; in der Schillerstraße blieb es zeitweise ungewöhnlich ruhig. Dennoch gab es Arbeit für die Beamten: Gegen 22:00 Uhr mussten am Sophienstiftsplatz mehrere Jugendliche angesprochen werden, die Pyrotechnik gezündet hatten.

An der Gropiusstraße fiel den Beamten zudem ein E-Bike-Fahrer auf. Da sein Fahrzeug über einen Gasgriff verfügte, hätte es ein Versicherungskennzeichen benötigt. Da dieses fehlte, wurde die Weiterfahrt untersagt, und den jungen Fahrer erwartet nun eine Anzeige.

Der Jahreswechsel auf dem Goetheplatz

Kurz vor Mitternacht füllte sich der Goetheplatz mit rund 400 feierwilligen Menschen. Die Polizei war sowohl mit uniformierten Kräften als auch mit zivilen Beamten präsent. Während die Mehrheit friedlich feierte, gab es erneut Unbelehrbare, die gezielt Pyrotechnik in Richtung der Einsatzkräfte schossen.

Die Polizei griff konsequent durch:

  • Es wurden zahlreiche Personenkontrollen durchgeführt.

  • Drei Personen leisteten Widerstand gegen die Staatsgewalt, wobei ein Beamter leicht verletzt wurde.

  • Es wurden Platzverweise ausgesprochen.

  • Insgesamt wurden acht Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz registriert (sieben Straftaten, eine Ordnungswidrigkeit).

Besonders gefährlich: Vor dem Bauhaus-Museum wurden Spraydosen gefunden, die zur Detonation gebracht worden waren. Zudem stellten die Beamten eine 28 kg schwere Feuerwerksbatterie mit über 3 kg Sprengstoffmasse sicher, die ausschließlich für professionelle Pyrotechniker zugelassen war.

Die frühen Morgenstunden

Gegen 01:30 Uhr lösten sich die Menschenansammlungen am Goetheplatz langsam auf. Doch die Ruhe hielt nicht lange an: Um 02:30 Uhr wurde ein Vollbrand eines Partyraums in Oßmannstedt gemeldet. Ein Großaufgebot an Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eilte zum Einsatzort. Die Flammen griffen bereits auf einen angrenzenden Baum über, konnten jedoch zügig unter Kontrolle gebracht werden. Personen kamen nicht zu Schaden.

Ein besonderes Augenmerk galt zudem der Gedenkstätte Buchenwald, wo ein striktes Feuerwerksverbot herrschte. Hier wurden glücklicherweise keine Verstöße festgestellt.

Festnahme zum Einsatzende

Kurz vor Ende der Schicht gelang der Polizei ein wichtiger Fahndungserfolg: Im Bereich Hänselweg war ein Zigarettenautomat gesprengt worden. Durch eine sofort eingeleitete Nahbereichsfahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam, konnten ein Mann und eine Frau als Tatverdächtige festgenommen werden.

Fazit

Christian Hackbarth, Leiter der Polizeiinspektion Weimar, zog eine positive Bilanz. Dank des gemeinsamen Konzepts von Stadt und Polizei konnten schwere Ausschreitungen wie in den Vorjahren verhindert werden. Viele Bürger bedankten sich noch in der Nacht persönlich bei den Beamten für ihren Einsatz.

Hackbarth dankte seinen eingesetzten Beamten auch für ihre Arbeit und Bereitschaft. Ein weiterer Dank ging an die Landespolizeidirektion und an das Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung. 

Auch ich als Autor bedanke mich herzlich bei der Thüringer Polizei für die Möglichkeit, die Einsatzkräfte in dieser besonderen Nacht begleiten zu dürfen.

 
Weiter
Weiter

Feuerwehreinsatz in Isserstedt: Frau bei Brand verletzt und Hund durch Feuerwehr gerettet